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Franziskus 2012
Die Begeisterung der Waaler Spieler für ihren Franziskus ist ungebrochen groß. Das liegt zum einen an der Figur des Heiligen Franziskus, der uns auch heute noch so beeindruckt mit all seiner Radikalität und Liebenswürdigkeit, seinem achtungsvollen Umgang mit der Schöpfung, der und mehr denn je aktuell ein notwendiges Vorbild sein kann, aber auch seinem überzeugten Pazifismus, der uns nottut.
Das liegt ebenso am Stück selbst, das uns diesen oft übergroß wirkenden Heiligen von seiner menschlichen, seiner zögernden Seite zeigt, die ihn uns wieder erfahrbar nahe bringt. Er ist im Waaler Franziskus auch Selbstzweifler und Eitler, und doch wieder großer Heiliger, dem man kaum nachfolgen kann. Es steht das ganze Stück über zwischen dem Bettler und dem Narr, zwischen dem Aufruf zur Nachfolge Christi und dem frustrierten Zynismus der Resignation. Diesen Franziskus kann man erleben, für diesen Franziskus kann man sich begeistern. Die Entwicklung dieses ambivalenten Heiligen, Menschen und Bruder steht im Mittelpunkt von Werners Inszenierung. Das Bühnenbild (Janette Arndt), die Kostüme und das Spiel stehen im Zeichen der Waaler Tradition.
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