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Franziskus- Die Entstehung Der langjährige Spielleiter Otto Kobel beabsichtigte, mit einem Verkündigungsspiel Antworten auf die Probleme der Gegenwart zu finden und erläuterte im Jahre 1976 seine Ideen dem Jesuitenpater Theo Schmidkonz. Kobel schwebte vor, das Leben des heiligen Franziskus als Bühnenwerk lebendig werden zu lassen.
Auf Empfehlung von Theo Schmidkonz wurde sein Bruder Paul Schmidkonz, ein gebürtiger Augsburger, der als Schauspieler in Dortmund lebte, beauftragt, einen Text für die Passionsspielgemeinschaft Waal zu verfassen. Paul Schmidkonz nannte in seinem Vorwort zum Text, der Auftrag, ein Stück über das Leben des "Poverello" zu schreiben sei von großartiger Unmöglichkeit. Unmöglich, weil der Mensch, der bis zur Selbstaufgabe hinter seiner Sendung verschwindet, dem Autor alle theatralischen Mittel aus der Hand schlägt. Großartig, weil es für den Porträtisten eine Herausforderung ist, hinter dem Feuer seiner Mission wieder die Züge des Menschen Franziskus aufscheinen zu lassen.
Zwei Extreme prägten vor allem das Bild dieses Mannes: sein Charme, seine Liebenswürdigkeit und die Rigorosität seiner Forderung, die Unerbittlichkeit des Anspruchs, den er an sich stellte. Diese dialektische Klammer ist das Thema des Stückes. Im Jahre 1979 wurde das Franziskusspiel in Waal uraufgeführt. Der Erfolg war überwältigend. Elisabeth Emmerich schrieb am 22.05.1979 in der Allgäuer Zeitung: "Man muss der Gemeinde, den Spielern und dem Regisseur großen Respekt bezeugen für die, spielerisch wie menschlich, bewegende Aufführung, die man zum Besten zählen darf, was heute in deutschsprachigen Ländern geboten wird". Nach 1979 , 1982 und 1997 kommt das Franziskusspiel im Jahre 2012 unter Spielleiter Florian Martin Werner erneut zur Aufführung.
Der Spielleiter
Der in München geborene Oberbayer Florian Martin Werner hat in Waal eine schwäbische Theaterheimat gefunden. Seit langem als Regisseur auf das Amateurtheater spezialisiert, inszenierte er bereits 2009 die "schwäbische" Passion in Waal mit großem Erfolg neu. Das christliche Theater zählt zu seinen künstlerischen Anliegen. Im Auftrag der Erzabtei St.Ottilien verfasste er bereits 2003 mit "Die Narrheit Gottes" ein modernes Mysterienspiel und 2006 mit "Kreuz, Wort, Rätsel" ein Bühnenwerk über den Heiligen Rhabanus Maurus. Als Leiter des Schultheaters in St.Ottilien inszenierte er zahlreiche Stücke mit allen Altersstufen. Ebenso ist er als Regisseur und Schauspieler bei der landsberger bühne e.V. tätig, für die er zum Ruethenfest 2007 den "Habnit" schrieb. 2009 wurde Werner von der Stadt Landsberg am Lech zum Intendanten des dortigen Stadttheaters berufen. Er lebt mit Frau und Sohn in Landsberg am Lech.
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